Technik
Akku-Pflege: So halten aufladbare Batterien länger
Tipps, um die Lebensdauer von Akkus zu maximieren
Sie sind das Herz von Smartphones, Laptops, Bluetooth-Lautsprechern, Elektrowerkzeugen, E-Bikes sowie anderen Elektrofahrzeugen und Solarenergiespeicher: Akkus machen unser Leben in vielen Bereichen mobiler und flexibler. Die richtige Pflege kann ihre Lebensdauer erheblich verlängern. WissensWert weiß, was wir tun und lassen sollten.
Wie pflege ich Akkus, damit sie lange halten?
Regelmäßig genutzte Akkus leben länger. In ständig genutzten Geräten sollte ihr Ladestand zwischen 30 und 80 Prozent gehalten werden. Aufladen auf 100 Prozent ist sogar eher schädlich. Statt Akkus über Nacht voll aufzuladen, ist es sicherer und schonender, tagsüber Zwischenstopps an der Steckdose einzulegen. Extreme Temperaturen vermeide ich: Bei Hitze lege ich zum Beispiel mein Smartphone in den Schatten, bei frostigen Temperaturen stecke ich es in eine Innentasche. E-Bikes stehen bei Pausen besser im Schatten. Wenn ich ein Gerät längere Zeit nicht nutze, lade ich den Akku auf 50 bis 60 Prozent auf und lagere ihn kühl, optimal sind zwischen zehn und 20 Grad. Wenn möglich, nehme ich den Akku aus dem Gerät heraus. Denn vor allem ältere, nicht genutzte Akkus können auslaufen und würden sonst das Gerät beschädigen. Das gilt zum Beispiel für E-Bikes und elektrische Werkzeuge von Heimwerkern wie Bohrer, Schrauber, Heckenschere. Nach etwa drei Monaten kontrolliere ich den Akkustand, denn Akkus entladen sich selbst, wenn sie nicht genutzt werden. Wenn sie sich vollständig entladen, verkürzt das die Lebensdauer.
Was schadet Akkus?
Akkus können durch Überhitzung, Überladung, Kurzschluss oder Stürze Schaden nehmen. Eine völlige Entladung und volles Aufladen verkürzen in der Regel die Lebensdauer. Extreme Temperaturen und starke Temperaturschwankungen können schaden und die Leistung mindern. Das Smartphone in der prallen Sonne oder im heißen Auto liegen zu lassen, ist keine gute Idee, ebenso wie den Akku des E-Bikes im Winter in der ungeheizten Garage zu lassen. Früher hieß es, das lange Laden über Nacht schade Smartphones. Moderne Geräte verfügen allerdings über eine smarte Ladefunktion, die für schonendes Aufladen sorgt. Bei manchen Geräten lässt sich über „Einstellungen“ bei „Akku“ ein entsprechender Schutz aktivieren.
Wann werden Akkus heiß?
Akkus können sich aus vielen Gründen aufheizen: zum Beispiel beim Laden. Werden sie allerdings dabei sehr heiß, sollten das Fachleute überprüfen. Logisch, dass direkte Sonneneinstrahlung für heiße Geräte sorgt. Unbedenkliche Ursache: wenn der Prozessor des Geräts über längere Zeit intensiv rechnen muss. Ein defekter Akku kann allerdings auch der Grund sein. Dann wird es gefährlich und Zeit, die Ursache vom Experten klären zu lassen.
Wenn der Akku durch einen Sturz beschädigt wird…
Wie sind Akkubrände versichert? Bricht zu Hause ein Feuer aus, bezahlen die Wohngebäude- und die Hausratversicherung den Schaden: Schäden an fest eingebauten Gegenständen sind durch die Wohngebäudeversicherung abgesichert. Die Hausratversicherung schützt das gesamte bewegliche Eigentum, das normalerweise in der Wohnung und in dazugehörigen Nebenräumen untergebracht ist. Wird der Akku eines Gerätes z. B. durch einen Sturz beschädigt, kann eine Elektronikversicherung einspringen. Bei E-Bikes kann der Akku mit der Fahrradversicherung abgesichert werden.
Wann besteht das Risiko, dass Akkus brennen?
Ein Akku kann in Brand geraten, wenn er überhitzt oder beschädigt wird. Es kommt selten vor, aber beim Laden können Akkus durch Überladung in Brand geraten. Daher sollten sie während des Ladevorgangs auf einer feuerfesten Unterlage liegen ohne brennbare Materialien in Reichweite und nach Möglichkeit nicht unbeaufsichtigt sein. Weitere Brand-Ursachen: Kurzschluss, Stoßen, Herunterfallen oder unsachgemäße Verwendung. Sind sie beschädigt, droht ein Kurzschluss. Zwar ist das Risiko eines Akku-Brandes gering. Die Fälle insgesamt steigen allerdings, weil immer mehr aufladbare Batterien in Betrieb sind. Vor allem Lithium-Ionen-Akkus verbreiten sich rasant, weil sie durch ihre hohe Energiedichte eine leichte Bauweise ermöglichen. Gerade dadurch wird es gefährlich, wenn sie beschädigt sind oder technische Mängel haben: Dann kann sich die gespeicherte Energie plötzlich entladen und der Akku in Flammen aufgehen. Kommt es zum „thermischen Durchgehen“ (thermal runaway) kann eine Akku-Zelle mehrere hundert Grad erreichen und andere Zellen ebenfalls in Brand setzen: eine Kettenreaktion, die zur Verpuffung führen kann.
Was sind Warnzeichen vor einem Brand? Wenn der Akku besonders beim Laden nicht nur warm, sondern heiß wird, ist Vorsicht geboten. Ebenso, wenn sich das Akku-Gehäuse verformt oder aufbläht, ein schneller Kapazitätsverlust oder eine schnelle Entladung erfolgt. Das sollten dann Fachleute überprüfen. Für einen gefahrlosen Transport gibt es spezielle Brandschutztaschen.
Was tun bei einem Akku-Brand?
Ein Akku-Brand ist schwer zu löschen. Denn bei einem Feuer wird die Energie vor allem im Innern des Akkus freigesetzt. Das kann einen Domino-Effekt mit immer neuen Entzündungen von Teilzelle zu Teilzelle auslösen und eine enorme Hitze erzeugen. Dabei entstehen giftige Gase, die leicht entzündlich sind. Das kann zu einer Explosion führen. Also Abstand halten! Hinzu kommt, dass in vielen Geräten die Akkus von einer wasserdichten Hülle umgeben sind, was das Löschen mit Wasser erschwert. Daher sind Unmengen von Wasser nötig, um einen Kühleffekt zu erzielen und das Feuer zu löschen.
Vor allem beim Brand großer Akkus, zum Beispiel eines E-Scooters oder E-Bikes, sollte man die Feuerwehr rufen. Und sie informieren, dass es sich um einen Akkubrand handelt. Hängt der Akku noch am Ladegerät, sollte die Stromzufuhr gekappt werden, am besten durch Ausschalten der Sicherung aus sicherer Entfernung.
Akku-Brände sollten grundsätzlich nicht selbst gelöscht werden, es sei denn, es handelt sich um kleine Brände, etwa beim Smartphone. Am gefahrlosesten für Laien ist dies mit bestimmten Feuerlöschern möglich, die für das Löschen von Lithium-Ionen-Akkus ausgewiesen sind.
Stand: September 2024