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Mobilität

TÜV überziehen: Fristen, Strafen & Tipps

Wie lange darf man den TÜV überziehen? Welche Bußgelder ab wann drohen, wie es um den Versicherungsschutz steht und was jetzt zu tun ist.

Bildquelle: AdobeStock

Den TÜV überziehen: Wer die Hauptuntersuchung seines Fahrzeugs länger versäumt, riskiert höhere Kosten sowie Punkte in Flensburg. Dieser Ratgeber beantwortet alle wichtigen Fragen rund um das Thema abgelaufener TÜV.

TÜV überziehen

die wichtigsten Fakten für PKW auf einen Blick

  • Bis 2 Monate überzogen: meist nur eine Verwarnung. 
  • Ab 2 Monaten: Bußgelder ab 15 Euro
  • Mehr als acht Monate: 60 Euro plus ein Punkt in Flensburg

Was ist die Hauptuntersuchung und wann ist sie fällig?

Die Hauptuntersuchung (HU), im Volksmund in Süd und Nord meist „TÜV“ genannt, ist in Deutschland nach § 29 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) für alle zugelassenen Fahrzeuge gesetzlich vorgeschrieben. Im Straßenverkehrsrecht gilt folgendes: Bei einem Neuwagen steht die erste Hauptuntersuchung nach drei Jahren an, danach alle zwei Jahre. Das gilt für PKW und Motorräder gleichermaßen.

Wann der nächste HU-Termin fällig wird, lässt sich einfach an der TÜV-Plakette auf dem hinteren Kennzeichen ablesen: Die Zahl oben zeigt den Monat, die Zahl in der Mitte das Jahr. Die Farbe der TÜV-Plakette ändert sich jährlich: 2025 ist sie orange, 2026 blau, 2027 gelb. Wer also eine blaue Plakette am Fahrzeug hat, sollte wissen, dass er 2026 zur nächsten Hauptuntersuchung muss.

 

 

Neben PKW und Motorrädern gelten für Lkw über 7,5 Tonnen, Busse, Taxis und bestimmte Anhänger teils abweichende und kürzere Prüfintervalle, bis hin zur jährlichen Pflichtprüfung. Informationen zu den genauen Intervallen liefert der Fahrzeugschein oder direkt die zuständige Prüfstelle.

Wie lange darf man den TÜV überziehen?

Strenggenommen: gar nicht. TÜV abgelaufen: Welche Frist gilt? Wie lange darf ich ohne TÜV ohne Strafe unterwegs sein? Die Frist gilt bis zum letzten Tag des auf der Plakette angegebenen Monats. Danach ist das Fahrzeug formal ohne gültige HU unterwegs. Das ist eine Ordnungswidrigkeit. In der Praxis ist ein Bußgeld beim Fahren eines PKWs mit abgelaufener Plakette erst ab zwei Monaten Überziehung fällig.

 

Für Fahrzeuge mit zusätzlicher Sicherheitsprüfungspflicht, etwa Lkw und Busse, gilt keine solche Schwelle. Hier drohen schon im ersten Monat Bußgelder. 

Strafe bei abgelaufenem TÜV: Das sind die Bußgelder

Die Konsequenzen reichen von höheren Prüfkosten über Punkte in Flensburg bis zum Verlust des Versicherungsschutzes – je länger die Überziehung, desto teurer wird es. Hier ist die Kosten-Übersicht des Bußgeldkatalogs für einen abgelaufenen TÜV:

Bußgeld bei abgelaufenen TÜV für PKW

Überziehungsdauer
Bußgeld
Punkte in Flensburg

Bis 2 Monate

Verwarnung, kein Bußgeld

-

2 bis 4 Monate

15 Euro Verwarnungsgeld

-

4 bis 8 Monate

25 Euro Bußgeld

-

Mehr als 8 Monate

60 Euro Bußgeld

1 Punkt

Wer sich fragt, was passiert, wenn der TÜV 3 Monate überzogen ist: Dann wird das Verwarnungsgeld von 15 Euro fällig. Für schwere Fahrzeuge (also Lkw, Busse sowie bestimmte schwere Anhänger) fallen die Bußgelder höher und früher an: Hier gibt es keine Toleranz und schon am ersten Tag der TÜV-Überziehung drohen 15 Euro, ab mehr als acht Monaten 75 Euro plus einem Punkt. Verantwortlich dafür, rechtzeitig einen HU-Termin zu vereinbaren, ist übrigens grundsätzlich der Fahrzeughalter

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Wer den TÜV-Termin seines Fahrzeugs  im Blick behält, sorgt für Sicherheit im Straßenverkehr.

TÜV überziehen Kosten: Was wird bei der Prüfung teurer?

Die Kosten einer normalen Hauptuntersuchung beim TÜV liegen durchschnittlich bei 90 Euro, sie variieren aber je nach Prüfstelle. Bei überzogenem TÜV kommen allerdings gegebenenfalls noch weitere Kosten hinzu, die nicht zu unterschätzen sind. Wer die Hauptuntersuchung (HU) mehr als zwei Monate überzieht, zahlt bei einer Verkehrskontrolle nicht nur ein Bußgeld. Die Prüforganisation (TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS) ist dann verpflichtet, eine sogenannte vertiefte Hauptuntersuchung durchzuführen. Dabei wird das Fahrzeug umfangreicher geprüft als bei der regulären HU.

 

Dafür darf die Prüfstelle einen Aufschlag von 20 Prozent auf die reguläre HU-Gebühr berechnen. Das bedeutet konkret:

  • Die genauen Gebühren variieren je nach Prüfstelle, Bundesland und Fahrzeugtyp. Die reguläre HU kostet durchschnittlich etwa 90 Euro.
  • Reguläre HU inklusive Abgasuntersuchung: Laut ADAC liegen die Kosten im Bundesdurchschnitt bei ca. 160 Euro.
  • Vertiefte HU bei Überziehung: Reguläre Hauptuntersuchung plus 20 Prozent - zuzüglich etwaiger Bußgelder und Reparaturkosten.

Was passiert, wenn das Fahrzeug beim TÜV durchgefallen ist?

Besteht das Fahrzeug die Hauptuntersuchung nicht, ist es also beim TÜV durchgefallen, erhält der Halter einen Mängelbericht. Dann heißt es, keine Zeit zu verlieren. Die festgestellten Mängel müssen innerhalb eines Monats behoben werden, danach folgt eine Nachprüfung durch dieselbe Prüforganisation. Werden erhebliche Mängel festgestellt, darf das Fahrzeug den Prüfstellen-Parkplatz nur auf direktem Weg in Richtung Werkstatt verlassen. Bei gefährlichen Mängeln kann die Prüfstelle die Weiterfahrt komplett untersagen.

 

Wer den TÜV überzogen hat und beim erneuten Versuch durchfällt, muss trotzdem die erhöhte Prüfgebühr für die vertiefte HU tragen. Den genauen Service der jeweiligen Prüforganisation (etwa Nachprüftermine oder mobile Prüfangebote) erfahre ich direkt bei der Prüfstelle vor Ort oder online.

Bin ich noch versichert, wenn der TÜV abgelaufen ist?

Grundsätzlich Ja, das ist bei den meisten Versicherungen so. Die Kfz-Haftpflichtversicherung bleibt auch bei abgelaufenem TÜV grundsätzlich bestehen. Drittschäden werden also weiterhin reguliert. Sowohl in der Kfz-Haftpflicht- als auch in der Kaskoversicherung besteht in der Regel uneingeschränkter Versicherungsschutz.

 

Das einzige Risiko, das der Fahrer trägt, ist der Einwand einer Mithaftung in der Kfz-Haftpflichtversicherung bei einem Unfall: Wenn nämlich ohne Fahrzeugmängel die vollständige Haftung beim Unfallgegner liegen würde.

 

Ein Beispiel: Die Rückbeleuchtung funktioniert nicht. Ein anderes Fahrzeug fährt deshalb auf. In diesem Fall kann der technische Mangel eine Mithaftung begründen. Aber: Das gilt unabhängig davon, ob die TÜV-Plakette abgelaufen ist. Entscheidend ist, ob das Fahrzeug verkehrssicher war und ob der Mangel den Unfall beeinflusst hat.

TÜV überzogen: Was jetzt konkret tun?

Wer feststellt, dass der HU-Termin bereits überzogen ist, sollte folgende Schritte gehen:
  1. Sofort zur Hauptuntersuchung anmelden bei einer Prüforganisation, bei TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS. Termine sind meist kurzfristig verfügbar und online zu finden.
  2. Das Fahrzeug vor dem Termin auf offensichtliche Mängel prüfen: Beleuchtung, Reifenprofil (Mindestprofiltiefe 1,6 mm), Bremsen und Auspuffanlage (lose Teile, ungewöhnliche Geräusche?).
  3. Nur auf direktem Weg zur Prüfstelle fahren. Die Fahrt dorthin wird in der Praxis geduldet, ist aber formal eine Ordnungswidrigkeit.
  4. Den Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) mitbringen.
  5. Bei Mängeln: direkt reparieren lassen und die Nachprüfungsfrist von einem Monat einhalten.

FAQ: Die häufigsten Fragen zum TÜV überziehen

Welche Folgen hat es, wenn der TÜV einen Monat zu spät gemacht wird?

Nach einem Monat Überziehung fährt das Auto formal ohne gültige HU im Straßenverkehr. Ein Bußgeld gibt es in diesem Fall noch nicht, aber eine Verwarnung ist möglich. Die Fahrt zur Prüfstelle wird geduldet. 

Entstehen höhere TÜV-Kosten, wenn der Termin überschritten wurde?

Ja. Wer mehr als zwei Monate überzieht, muss eine vertiefte Hauptuntersuchung durchführen lassen. Die Prüfstelle darf dafür einen Aufschlag von 20 Prozent auf die reguläre HU-Gebühr berechnen. Dazu kommt ggf. das Bußgeld für den abgelaufenen TÜV. 

Wie lange kann man den HU-Termin maximal hinauszögern?

Also wie lange darf man den TÜV überziehen bzw. ohne TÜV fahren? Es gibt keine offizielle Maximalfrist, wie lange man ohne TÜV unterwegs sein darf oder wann die Frist abgelaufen ist. Ab mehr als acht Monaten Überziehung drohen 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.

Ist man noch versichert, wenn der TÜV abgelaufen ist?

Die Kfz-Haftpflicht zahlt auch bei abgelaufenem TÜV Schäden, die Versicherte mit ihrem Fahrzeug anderen Personen verursacht haben. Auch der Schutz der Kfz-Kaskoversicherung bleibt in den meisten Fällen gültig, wenn der TÜV überzogen ist. 

Was passiert, wenn man den TÜV-Termin verpasst?

Wer den Termin verpasst, begeht formal eine Ordnungswidrigkeit. Bei einer Kontrolle drohen je nach Dauer Verwarnungen oder Bußgelder bis zu 60 Euro plus ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Außerdem fällt bei mehr als zwei Monaten Überziehung ein 20-prozentiger Aufschlag auf die HU-Gebühr an.

Stand: Oktober 2026

Das Wort zum Schluss

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