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Reisen

Wanderurlaub für Anfänger – Die Welt zu Fuß entdecken

Weitwanderwege meistern – Tipps für Mehrtageswanderung mit Rucksack

Bildquelle: AdobeStock

Urlaub zu Fuß und alles, was man braucht, im Rucksack dabei: Wie bereite ich einen Rucksackurlaub als Mehrtageswanderung vor? Wie plane ich meine Route? WissensWert gibt Tipps, damit die Wanderreise zum Erlebnis wird.

Die Vorteile eines Wanderurlaubs

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen“ lautet ein Sprichwort. Da ist etwas Wahres dran. Denn beim Wandern habe ich mehr Zeit, meine Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen, als in einem Fortbewegungsmittel. Ich bin einfach näher dran und im Moment. Achtsamkeit, Entschleunigung sowie Gedanken sortieren fällt beim Wandern leicht. Immer wieder neue Blickwinkel und die allmähliche Veränderung der Landschaft sorgen für ein abwechslungsreiches Naturerlebnis, zahlreiche Eindrücke und je nach Höhenprofil und Länge der Tagesetappe eine sportliche Herausforderung. Wandern fördert Fitness, Gesundheit, besonders das Herz-Kreislauf-System, ebenso wie mentale Gesundheit und Selbstvertrauen. Bewegung, viel frische Luft und Ruhe in der Natur bauen Stress ab. Und es ist erstaunlich, welche Distanz man zu Fuß zurücklegen kann. Wandern ist für Alleinreisende, Familien oder Gruppen möglich.

Von der Route bis zur Verpflegung – Planung einer Mehrtageswanderung

Ich suche mir eine Route aus, die meinem Fitnesslevel entspricht. Es gibt zahlreiche ausgeschilderte Fernwanderwege. Viele führen an Sehenswürdigkeiten oder spektakulären Naturdenkmälern vorbei oder folgen einem Thema. Zu vielen gibt es Apps oder Wanderführer in digitaler oder gedruckter Form, die die Planung der Tagesetappen und Übernachtungen erleichtern. Tipp: Nur der eigenen Kondition zumutbare Tagesetappen planen, dabei das Höhenprofil beachten, und am ersten Tag eine kürzere Strecke zum Einlaufen vorsehen. Checken, ob der Weg gut ausgeschildert ist. Wenn nicht, die Wegbeschreibung vorher durchgehen. Digitale Routen und Karten vorab herunterladen, damit sie auch offline funktionieren, denn unterwegs haben Smartphone und GPS nicht überall Empfang. Informieren, ob die Infrastruktur der Strecke die spontane Buchung einer Unterkunft hergibt oder vorbuchen sinnvoll ist. Abseits der Hauptsaison sind manche Übernachtungsmöglichkeiten und gastronomische Betriebe geschlossen. Zumindest die erste Nacht im Voraus zu buchen, macht Sinn. Vorab checken, ob die Verpflegung unterwegs gesichert ist, ob Supermärkte oder Restaurants am Weg und geöffnet sind – Stichwort Ruhe-, Sonn- und Feiertage. Tipp: Nüsse, Riegel oder Notfall-Essensration mitnehmen. Wer seine Kleidung nicht per Hand waschen möchte, sollte ab und zu eine Unterkunft mit Waschmaschine und Trockner buchen.

Auswahl der Wanderroute – beliebte Weitwanderwege in Europa

  • Lechweg (Österreich/Deutschland): ca. 125 km, von Lech am Arlberg bis Füssen

  • Heidschnuckenweg (Deutschland): ca. 223 km, Lüneburger Heide

  • Mullerthal Trail (Luxemburg): ca. 112 km, Luxemburger Schweiz

  • Fisherman’s Trail (Portugal): ca. 225 km, Atlantikküste

  • Gendarmenpfad (Dänemark): ca. 84 km, deutsch-dänische Grenze und Flensburger Förde

  • Malerweg (Sächsische Schweiz): ca 112 km, Elbsandsteingebirge

Welche Ausrüstung benötige ich für einen Wanderurlaub?

„Leichtes Gepäck“ lautet das Credo bei einer mehrtägigen Wanderung, bei der ich alles, was ich während der Reise benötige, selbst trage. Dabei achte ich bei jedem einzelnen Teil darauf, die leichteste Variante mitzunehmen und ob ich es wirklich brauche. Faustregel für den gepackten Rucksack: maximal zehn Prozent des Körpergewichts. Es lohnt sich, in gute Wanderschuhe und hochwertige Wandersocken zu investieren, denn blasenfreie Füße werden zu den besten Freunden. Schuhe sollte ich vor der Tour einlaufen. Ein gutsitzender, leichter Rucksack mit Hüftgurt, der auch gepackt nicht direkt am Rücken anliegt, ist die Basis (auf ein Fach für Ein-Liter-Trinkflasche außen oder Trinksystem achten). Ich nehme atmungsaktive, schnell trocknende Wanderkleidung nach dem Zwiebelprinzip mit (nicht zu warm planen). Neben Regenschutz ist ein Satz trockene Wechselkleidung sinnvoll (falls man völlig durchnässt wird oder im Matsch ausrutscht… 😉). Ein frisches Outfit für abends erhöht den Wohlfühlfaktor. Ein leichtes Alu-Sitzkissen sorgt bei kaltem oder feuchtem Wetter für entspannte Pausen. In meine Brotdose packe ich den Mittagssnack.
Beim Trekking mit Übernachtungen im Freien oder in einfachen Unterkünften: Schlafsack, Isomatte, ggf. Essgeschirr.

Packliste für Mehrtageswanderung

Ich packe meinen Rucksack und nehme mit…

  • Wanderschuhe
  • Möglichst wenig (atmungsaktive) Wanderkleidung im Zwiebellook, eine Wechselgarnitur (Hose, T-Shirt)
  • Outfit für abends, (ggf. Fleece- oder leichte Daunen-)Jacke
  • zwei Paar Wandersocken
  • Flipflops/Badeschuhe, ggf. leichte Schuhe für abends
  • Nur die nötigsten Hygieneartikel. Tipp: Fußpflegecreme (für abends) und Anti-Scheuer-Stick für empfindliche Körperstellen
  • Sonnencreme, Insektenschutz
  • Powerbank, Ladekabel
  • Wanderkarte bzw. GPS-Gerät, Smartphone
  • Trinkflasche ein Liter
  • Ggf. Brotdose (fürs Picknick)
  • Sitzkissen
  • zwei Sicherheitsnadeln (zum Befestigen noch feuchter Wäsche am Rucksack zum Trocknen)
  • Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflastern, Wunddesinfektionsspray
  • Ggf. Gürteltasche oder Brustbeutel
  • Ggf. Sonnenbrille, Sonnen-Cap
  • Ggf. Desinfektionsgel

 

Tipp: Schweres nach unten in den Rucksack packen, Regenschutz greifbar haben

Wie bereite ich mich körperlich auf einen Wanderurlaub vor?

Einige Monate vor dem geplanten Wanderurlaub starte ich mit regelmäßigen Wanderungen und steigere nach und nach die Streckenlänge, um ein Gefühl für die geeignete Länge der Tagesetappen zu bekommen. Gleichzeitig laufe ich dabei ggf. neue Wanderschuhe ein und probiere aus, ob ich mit dem Wander-Outfit gut klarkomme. Dabei achte ich darauf, unterwegs ausreichend zu trinken und lege bei längeren Touren Snackpausen ein. Kurz vor und während der Wanderung liefern Kohlenhydrate Energie. Tipp: Gerade vor Anstiegen wirkt ein Keks Wunder. Ausdauersportarten, zum Beispiel laufen, und Workouts, die die Bein- und Rumpfmuskulatur stärken, sind sinnvoll. Vorab wandere ich eine längere Strecke mit gefülltem Rucksack und in den Schuhen, die ich bei der Fernwanderung trage.

Unser Tipp
Auf den Körper achten

Muskelkater und Erschöpfung am Abend sind normal bei einer Mehrtageswanderung, auch Zipperlein wie steife Bewegungen am Morgen verschwinden meist, wenn man sich warmgelaufen hat. Tut der Nacken weh, prüfe ich meine Rucksack-Einstellung und lockere zwischendrin Schultern und Nacken. In der Regel hat sich der Körper nach etwa drei Tagen an die Belastung gewöhnt. Spätestens wenn eine Blase blutig wird oder Schmerzen dauerhaft bleiben, ist eine Wanderpause, ein Ruhetag oder sogar ein Reiseabbruch angesagt. Handelt es sich um eine schwere Unfallverletzung oder eine unerwartete schwere Erkrankung, kann das ein Fall für die Reiseversicherung sein. Geht die Tour ins Ausland, sollte eine Auslandsreisekrankenversicherung mit im Gepäck sein.

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Wenn ein falscher Schritt ernste Folgen hat

Unfallversicherung

Unfälle können immer und überall passieren. Die Folgen sind oft mit hohen finanziellen Einbußen verbunden. Eine Unfallversicherung schützt Sie vor vielen finanziellen Aufwendungen.

Was passiert, wenn Wanderer sich in unwegsamem Gelände nicht mehr fortbewegen können?

Ein Sturz oder Umknicken führt manchmal dazu, dass man sich nicht mehr aus eigener Kraft fortbewegen kann. Je nach Region kommt dann Feuerwehr oder Bergwacht zum Einsatz. Während die Krankenversicherung zwischen Bergung und Rettung unterscheidet – und in der Regel nur die Rettungskosten ab Krankenwagen oder Notaufnahme übernimmt, sind Wanderer mit einer privaten Unfallversicherung auf der sicheren Seite. Damit wäre die Bergung – also der Transport bis zur medizinischen Versorgung – mit abgesichert. Sie übernimmt auch Bergungskosten, wenn ein Unfall „nur“ droht, also wenn sich etwa jemand im alpinen Gelände verstiegen hat bzw. von schlechtem Wetter überrascht wird und mit dem Hubschrauber abtransportiert wird. Also besser vorher den Wetterbericht auf Unwetterwarnungen checken und sich rechtzeitig unterstellen. Luftrettung kann selbst in einer heimischen Klamm nötig werden. Und die könnte richtig teuer werden.

Was mache ich bei schlechtem Wetter auf einer Wanderreise?

Vor dem Wanderurlaub checke ich den Wetterbericht, vor allem die Regenwahrscheinlichkeit und die vorausgesagte Regenmenge. Kann ein kurzer Sommerschauer erfrischend wirken, sieht es bei tagelangem Dauerregen anders aus. In gut imprägnierten Schuhen bleiben die Füße bei einem Schauer trocken, vorausgesetzt, das Wasser läuft nicht von oben hinein. Welchen Regenschutz ich wähle, ist Geschmackssache: Die einen setzen auf Regenjacke, Regenhose und Gamaschen, die anderen auf einen Regen-Poncho, der über den Rucksack reicht, oder auf einen Regenschirm. Vor- und Nachteile haben sie alle: In einer Regenhose kommt man schnell ins Schwitzen, sie wird also auch von innen nass. Sie unterwegs anzuziehen ist aufwendig. Ein Poncho sieht zwar nicht so chic aus, ist aber schnell übergestülpt. Damit sind auch Rucksack und die Tragegurte des Rucksacks geschützt, man schwitzt weniger. Bei Wind oder unwegsamem Gelände ist er weniger geeignet. Die Regenhülle des Rucksacks hält meist nur leichten Regen ab. Manche laufen bei Regen in kurzer Hose, weil die Beine schneller trocknen als die Hose. Vorsicht bei Sturm und Gewitter, vor allem im Wald kann es durch herabfallende Äste gefährlich werden. Am besten vorab checken, wo Unterstell-Möglichkeiten und Schutzhütten sind, oder eine Wanderpause im Trockenen einlegen.

 

Tipp: Trockene Kleidung im Rucksack zusätzlich wasserdicht verpacken.

Stand: August 2025

Das Wort zum Schluss

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